Auch 2010 können wir wieder auf ein gutes Jahr zurückblicken.
Wir konnten fast alle Touren erfolgreich durchführen, wenn auch einige auf einen anderen Abschnitt der Wupper verlegt werden mussten. Alle Touren wurden durch unsere umsichtigen, erfahren und kompetenten Bootsführer professionell ausgeführt.
Natürlich werden wir weiterhin unsere letztjährigen Tourerfahrungen zur weiteren Optimierung unserer Sicherheitsstandards nutzen.
Leider gab es auch dieses Jahr immer wieder negative Erlebnisse mit den Sportanglern an der Wupper. Dies endete im letzten Jahr dann, durch eine von der Anglerszene eingereichte Petition, vor der Bezirksregierung. Das vorrangige Ziel der Angler war es den gesamten Kanusport auf der Wupper zu verhindern oder aber mindestens ihn stark einzuschränken. Dies versuchte man durch allgemeine Aussagen wie z.b. Schutzziele für das FFH-Gebiet können nicht eingehalten werden, zu viele Kanuten zerstören die Natur usw. zu erreichen. Hierfür gibt es jedoch keine Belege.
Ein Gutachten und Monitoring durch die Biologische Station Mittle Wupper entlastet sogar den Kanusport.
Lediglich negative Entwicklungen bezüglich der Unterwasservegetation werden uns mit angelastet, obwohl ganz klar ist, das auch in Bereichen wo kein Kanusport betrieben wird diese Beobachtungen gemacht werden. Wer sich genauer darüber informieren möchte kann das unter diesem Link tun.
Im August und September (Hochzeiten touristischer Nutzung) fanden Bootszählungen auf der Wupper statt. Die Ergebnisse sind laut Aussagen der Biologischen Station jedoch unkritisch. Auf den Runden Tisch mit der Bezirksregierung erfolgten allgemeine Empfehlungen zur Befahrung der Wupper mit Kanus an die Stadt Solingen, die im Landschaftsbeirat der Stadt Solingen konkretisiert wurden und nun dem Rat vorgelegt werden. Diese Regeln wurden jedoch ohne unsere Mitwirkung oder Absprachen entwickelt.
Folgende Befahrungsregelungen sollen umgesetzt werden:
- Es dürfen nur noch Touren mit Tourleiter stattfinden. Dies wird bei uns seit Beginn im Jahr 2000 so praktiziert.
- Die bekannten Pegelwerte haben Bestand. Es wird allerdings zukünftig einen Mittelwert geben um eine bessere Planungssicherheit für den Kunden zu erzielen.
- Kanusport darf in der Zeit von 9 – 18 Uhr ausgeübt werden.
- Max. 10 Boote pro Gruppe in max. 4er Canadiern inklusive Bootsführer.
Eine kritische Anmerkung von mir:
- Die Regelung max. 10 Boote pro Gruppe betreffen besonders Fahrten mit Schulklassen. Da wir hier immer mit mind. zwei Bootsführern (zur Sicherheit, Wissensvermittlung und Kontrolle) arbeiten, bleiben nur noch 8 Boote.
- Angler kommen nach ihrer Rechnung auf 40 Personen pro Gruppe, vergessen in ihrer Argumentation aber leider gerne die Bootsführer. Auch kann und will nicht jede Gruppe mit 4er Canadiern fahren. Zur Schonung der Unterwasservegetation besetzen wir z.B. bei weniger Wasser die Boote auch leichter (3-er und 4-er werden mit einer Person weniger gefahren). Auch dies wäre zukünftig nicht mehr machbar. So sollte auch der letzte Skeptiker verstehen, dass eine Gruppenberechnung nur mit 4-er Canadiern Praxisfern ist.
Unser Vorschlag im Landschaftsbeirat sah folgendermaßen aus:
- Pro 10 Boote ein Bootsführer. Mit dieser Regelung können wir problemlos Schulklassen führen aber auch Vereine ihre Vereinsfahrten mit mehr als 10 Paddlern (in Kajak-Einern) gemeinsam durchführen. Sollte ein elftes Boot dabei sein, würde ein weiterer Bootsführer eingesetzt. Dies hat für alle mehr Sicherheit und mehr Kontrolle für Mensch und Natur zur Folge.
Wir hoffen auf praxistaugliche Gespräche in der nahen Zukunft, und verbleibe mit
paddlerischen Gruß
Ihr Thomas Becker
PS.: Mit Beginn der Jahres 2011 ist Thomas Becker Natur- und Umweltbeauftragter des Kanuverbandes NRW für den Bezirk.